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Die Mersenneschen Primzahlen
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Binärcode: Der Astronomie-Krimi: Der Astronomie-Krimi. Mit einer Krimi-Analyse der ZEIT WISSEN Redaktion (Gebundene Ausgabe) Hauptkommissar Karl Rünz betrinkt sich zusammen mit seinem Schwager Klaus in einer Kneipe, besucht anschließend seine Lieblings-Prostituierte Yvonne (die dann aus recht unerfindlichen Gründen ermordet wird), und am nächsten Tag meldet er sich dienstfrei, "um seinen Rausch auszuschlafen".
Frage: wie kommt der Herr Rünz denn von der Kneipe zu Yvonne und dann nach Hause?
Na, ist doch klar: im eigenen Auto, selbst am Steuer! So eine saublöde Frage aber auch.
Ich weiß, ich bin ganz furchtbar spießig. Aber ich will nicht von Trunkenheitsfahrten als Selbstverständlichkeiten lesen, und wenn es hundert Mal nur der Charakterisierung der Figur dient.
Und Notwehr hin oder her: wenn ein Kommissar am helllichten Tag mit einem Granatwerfer durch die Stadt spaziert, dann muss er sich wohl einige Fragen gefallen lassen.
Das Buch enthält einige sehr interessante Aspekte, ist auch geschickt aufgebaut. Eines glaube ich dem Autor aber nicht: die Bedeutung der Mersenneschen Primzahlen, die am Ende des Buches auftauchen.
Jede intelligente Kultur im Weltall ab einer bestimmten Stufe wird auf die Primzahlen gestoßen sein und den Satz von der Existenz und Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung kennen; davon darf man wohl ausgehen. Wenn man versucht, mit unbekannten Kulturen da draußen zu kommunizieren, so kann man dafür auch die Primzahlen heran ziehen, und darauf beruht ja auch die Arecibo-Message, die im Roman einmal auftaucht.
Die Mersenneschen Primzahlen hingegen verdanken ihre (höchst bescheidene) Bedeutung einzig der historischen Tatsache, dass die alten Griechen die vollkommenen Zahlen so "schön" fanden. Und bei geraden vollkommenen Zahlen tauchen dann die Mersenneschen Primzahlen auf. Wir können aber nicht erwarten, dass fremde Kulturen den gleichen Schönheitssinn haben wie die alten Griechen, und daher auch nicht, ob sie den Mersennesche Primzahlen irgend eine Beachtung schenken.
Mit anderen Worten: wir können nicht mit Bestimmtheit voraussetzen, dass einer fremden Kultur die Mersenneschen Primzahlen vertraut sind, und eine fremde Kultur kann es umgekehrt von uns auch nicht.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 24. April 2010 |